Wer kann Blut spenden und was sind Ausschlusskriterien?

Alter

Zum ersten Mal Blut spenden darfst du mit 18 Jahren. Das Höchstalter für die erste Spende beträgt 60 Jahre. Regelmäßige Spenden sind dann bis zum 68. Lebensjahr möglich. Auch ältere Personen können noch Blut spenden, wenn es ihr Gesundheitszustand zulässt. Das wird vor jeder Spende geprüft.

Wie häufig kann ich Blut spenden?

Damit der Körper genügend Zeit hat, den Blutverlust komplett wieder auszugleichen, dürfen Frauen viermal und Männer sechsmal innerhalb von zwölf Monaten Blutspenden. Der Zeitraum zwischen zwei Blutspenden muss mindestens acht Wochen betragen. Die Blutzellen erneuert der Körper zwar bereits in zwei Wochen, der Ausgleich des Eisenverlusts dauert allerdings rund zwei Monate, bei Frauen aufgrund der Menstruation auch etwas länger. Wenn nötig, werden von der Spendeneinrichtung Eisentabletten empfohlen oder mitgegeben. Der Flüssigkeitshaushalt ist in wenigen Stunden wieder ausgeglichen.

Schadet Blutspenden meinem Körper?

Nein. Die gespendete Menge gleicht der Körper schnell wieder aus. Die für die Krankheitsabwehr wichtigen weißen Blutkörperchen werden innerhalb eines Tages ersetzt. Bei den roten Blutkörperchen dauert es etwas länger.

Spielt meine Blutgruppe eine Rolle, ob ich zur Blutspende zugelassen werde?

Die Blutgruppe spielt keine Rolle, ob du zur Blutspende zugelassen wirst. Die Bestimmung deiner Blutgruppe ist jedoch notwendig, weil bei Blutübertragungen die Blutgruppen von Spenderinnen und Spender und Empfängerinnen und Empfänger miteinander verträglich sein müssen. In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass es verstärkt Bedarf für bestimmte Blutgruppen gibt, die besonders dringend gebraucht werden.

Wer darf Blutspenden?

Die Gesundheit der Blutspenderinnen und –spender und die Sicherheit der Blutkonserven steht an erster Stelle. Daher musst du für eine Blutspende gesund sein. Wiegst du unter 50 Kilo, fühlst dich angeschlagen oder krank, wirst du vorübergehend zurückgestellt.

Bei bestimmten Erkrankungen und einigen Infektionen muss von einer Blutspende dauerhaft abgesehen werden. Das gilt auch bei einem erhöhten Ansteckungsrisiko für bestimmte Infektionen.

Wer ist vorübergehend von der Blutspende zurückgestellt?

Auch wenn du grundsätzlich als Spenderin oder Spender geeignet bist, kann es sein, dass du eine bestimmte Zeit lang nicht spenden kannst, um jegliches Risiko für die eigene Gesundheit oder eine Gefährdung der Empfängerinnen und Empfänger auszuschließen. Das bedeutet nicht automatisch, dass du dauerhaft gesperrt bist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spendezentrums erklären dir gerne die Gründe und wie du eine erneute Rückstellung vermeiden kannst.

Im Folgenden findest du Erläuterungen zu den häufigsten Rückstellungsgründen.

Während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt sind Frauen vorübergehend von einer Spende zurückgestellt. 

Ein zeitlich begrenzter Spendeausschluss aus Sicherheitsgründen ist nach vielen Impfungen und Auslandsreisen in Malariagebiete oder Ländern mit erhöhtem Infektionsrisiko relevanter Erkrankungen (z.B.: West-Nil-Fieber, Hepatitis, HIV- ) notwendig. Genaueres erfährst du in deinem Spendezentrum.

Vorübergehend nicht spenden kann z.B., wer kürzlich eine große Operation hatte oder bestimmte Medikamente nimmt. Auch wenn ein medizinischer Eingriff bevorsteht, kann eine Spende nicht ratsam sein. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob du derzeit spenden kannst oder zum Schutz deiner Gesundheit zurückgestellt wirst.

Nach Akupunkturbehandlungen - sofern diese nicht nachweislich steril durchgeführt wurden -, Piercings und Tätowierungen wird mindestens vier Monate bis zur nächsten Spende gewartet, um Infektionen ganz sicher auszuschließen.

Rückstellung von Personen mit sexuellem Risikoverhalten

Zahlreiche schwerwiegende Infektionskrankheiten können durch Sexualkontakte übertragen werden. Dazu gehören nicht nur HIV-, HCV- und HBV-Infektionen sowie Syphilis, auf die jede Blutspende getestet wird, sondern beispielsweise auch Zikavirus- und Hepatitis-A-Infektionen oder Gonorrhö. Bei einigen dieser sexuell übertragbaren Erkrankungen können die Erreger über einen längeren Zeitraum unerkannt im Blut zirkulieren, ohne dass man sich schon krank fühlt. Bei einer Blutspende in dieser Erkrankungsphase besteht die Gefahr, dass der Erreger auf den Empfänger der Spende übertragen wird.

Aus diesem Grund werden alle Personen, deren sexuelles Verhalten ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit sich bringt, von der Blutspende zurückgestellt. Dies betrifft nicht nur Männer, die Sex mit Männern haben, sondern auch heterosexuelle Personen mit häufig wechselnden Partnern, Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter und Transsexuelle mit sexuellem Risikoverhalten.

Zwölf Monate nach dem letzten Risikokontakt ist eine Blutspende wieder möglich, soweit keine anderen Rückstellungs- oder Ausschlussgründe vorliegen.

Wer ist dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen?

Trotz gut entwickelter Testverfahren kann die Übertragung durch infiziertes Blut nicht komplett nur durch nachträgliche Untersuchungen ausgeschlossen werden. Deswegen gibt es verschiedene Personen und Personengruppen, die nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen werden. Ein Ausschluss von der Blutspende dient auch dazu, die Gesundheit der jeweiligen Person zu schützen. Nicht Blutspenden dürfen zum Beispiel:

  • Personen mit bestimmten Erkrankungen oder Infektionen
  • Personen mit dem Risiko spongiforme Enzephalopathien (TSE) zu übertragen
  • Empfängerinnen und Empfänger von Xenotransplantationen
  • Personen, die Drogen konsumieren oder  Medikamente missbräuchlich zu sich nehmen, oder bei denen der begründete Verdacht dessen besteht.

Richtlinien zur Blutspende

Wer in Deutschland Blut spenden darf ist in Richtlinien festgelegt. Die „Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Richtlinie Hämotherapie)“ geben Bundesärztekammer und Paul-Ehrlich-Institut heraus.

Die Grundlage bildet §12 des Transfusionsgesetzes. Außerdem müssen europäische Vorgaben zur Spenderauswahl berücksichtigt werden, die in Deutschland umzusetzen sind. Darüber hinaus besteht für jeden Blutspendedienst die Möglichkeit, weitergehende Auswahlkriterien für seinen Bereich festzulegen. In letzter Verantwortung obliegt die Zulassung zur Blutspende dem Spendearzt oder der Spendeärztin vor Ort.

Warum ist Blutsicherheit ein wichtiges Thema?

Viele Menschen fragen sich, warum so strenge Regeln bei der Auswahl von Spenderinnen und Spendern gelten. In den 1980er-Jahren kam es zu zunehmenden Infektionsraten von HIV unter den Empfängern und Empfängerinnen von Blutprodukten. Besonders die Gruppe der Hämophiliepatienten und -patientinnen, die auf regelmäßige Einnahme von Blutprodukten angewiesen sind, war von den Übertragungen betroffen. Zusätzlich wurde bekannt, dass die Infektion mit bestimmten Viren (HBV- und HCV), die früher als tragbare Nebenwirkung einer Bluttransfusion in Kauf genommen wurden, häufig die Entstehung von Leberzirrhosen und primärem Leberkarzinom begünstigte. Diese Entwicklung führte zu einem kompromisslosen gesellschaftlichen Apell, die Sicherheit der Blutprodukte zu verbessern.
Eine wesentliche Reaktion des Gesetzgebers darauf war das Transfusionsgesetz (TFG). Das Transfusionsgesetzt hat das zentrale Ziel, die essenziellen Anforderungen verbindlich festzuschreiben, um das  Infektionsrisiko zu minimieren. Das geschieht u.a. durch verbesserte Testverfahren und die Begrenzung der möglichen Spendebevölkerung.


Die Sicherheit der Empfänger und Empfängerinnen hat bei der Gewinnung von Blutprodukten oberste Priorität, auch wenn es dazu führt, dass ggf. Personen von der Blutspende vorübergehend zurückgestellt oder ausgeschlossen werden, deren Spende im Einzelfall nicht zu einer Infektion führen würde.

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