Was passiert mit dem Blut nach der Spende?

Bevor deine Spende zur weiteren Verwendung freigegeben wird, wird das Blut gründlich im Labor untersucht. Überprüft werden unter anderem die Leberwerte und Hinweise auf bestimmte Infektionskrankheiten. Das gibt sowohl Sicherheit für Spenderinnen und Spender als auch für die Empfängerinnen und Empfänger. Weichen die Laborergebnisse vom üblichen ab, informiert dich das Spendenzentrum und, wenn du möchtest, auch deine Hausärztin oder deinen Hausarzt. Deine Daten unterliegen grundsätzlich der ärztlichen Schweigepflicht und dem gesetzlich vorgeschriebenen Datenschutz. Blut mit Krankheitserregern wird von der Verwendung ausgeschlossen.

Nur noch in Ausnahmefällen erhält jemand eine „Vollblut“-Konserve. Bei einer gezielten Hämotherapie, also der Anwendung von Blutprodukten, bekommt jede Patientin und jeder Patient nur die Blutbestandteile, die sie oder er dringend benötigt. Das heißt, die Vollblutkonserve wird nach der Spende in rote Blutkörperchen, gefrorenes Frischplasma und manchmal auch in Blutplättchen getrennt und dann gelagert. Rote Blutzellen sind bei vier Grad Celsius bis zu 42 Tage haltbar, Blutplättchen können bei 20 Grad Celsius vier Tage gelagert werden.

Interessant: Das aus einer Vollblutspende gewonnenen Blutplasma muss mindestens vier Monate bei Temperaturen unter minus 30 Grad Celsius gelagert werden. Erst nach einer erneuten Testung der Spenderin oder des Spenders auf Infektionskrankheiten mit einem negativen Ergebnis wird es für Transfusionen freigegeben. Deshalb ist es sehr wichtig, regelmäßig Blut zu spenden. Denn das zurückgehaltene Plasma kann nur nach einer Folgespende freigegeben werden.

Das Blutplasma besteht zu 91 Prozent aus Wasser. Die restlichen neun Prozent sind Nährstoffe, Hormone, Mineralien und mindestens 120 verschiedene Eiweißstoffe (Proteine), die beispielsweise zur Blutgerinnung und Abwehr von Infektionen lebenswichtig sind.
Aus mehr als einem Viertel der Proteine können lebensrettende Medikamente hergestellt werden, zum Beispiel Präparate aus

  • Antikörpern (Immunglobulinen): Sie werden bei einer chronischen Schwäche des Abwehrsystems und akuten Erkrankungen wie Hepatitis Tollwut, Tetanus eingesetzt. Antikörper fangen Krankheitserreger ab und machen sie unschädlich. Bei Schwangerschaften beugen sie einer drohenden Rhesusfaktor-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind vor.
  • Gerinnungsfaktoren: Sie ermöglichen bei Bluterkranken zusammen mit den Blutplättchen die Blutstillung nach Verletzungen und dämmen den Blutverlust ein. 4.000 bis 4.500 Menschen leiden in Deutschland an Hämophilie A (Faktor-8-Mangel). Bis in die 50er Jahre wurden Bluterkranke kaum älter als 18 Jahre. Seit 1972 ist es möglich, den Faktor 8 in konzentrierter Form aus menschlichem Blutplasma herzustellen. Bluterinnen und Bluter haben heute nahezu die gleiche Lebenserwartung wie andere Menschen auch.
  • Albumin: Das Protein ist vor allem für den Transport von Stoffwechselprodukten verantwortlich und stabilisiert die Flüssigkeitsverteilung zwischen Blutgefäßen und Gewebe. Albumingaben sind beispielsweise bei Unfallschock oder Verbrennungen unverzichtbar. Große Operationen, zum Beispiel am offenen Herzen, wären ohne Albumin nicht sicher durchzuführen.
  • Fibrinkleber: Sie werden unter anderem bei der Behandlung innerer Verletzungen oder auch zum lokalen Wundverschluss benötigt.
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